Kaddi wird gesund

Was sollte ich beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln beachten?

10. Mai 2020
Tags: NEM

Das Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln ist groß und vielfältig und gleicht einem schwer durchdringbaren Dschungel. Es gibt sehr viele verschiedene Hersteller, viele verschiedene Variationen eines Produkts und natürlich ist jedes das beste. Wie also ein gutes Produkt von einem seriösen Hersteller finden? In diesem Post gebe ich euch ein paar Hinweise, worauf ihr achten könnt.


Was für ein Nahrungsergänzungsmittel möchte ich?

Bevor ihr euch aufmacht und nach einem geeigneten Produkt für euer Nahrungsergänzungsmittel sucht, solltet ihr euch zunächst ein paar Gedanken machen und ein paar Informationen einholen - ganz egal, was ihr kaufen wollt, das Angebot ist höchst wahrscheinlich riesig und nicht immer einheitlich. Es gibt verschiedene Darreichungsformen (z.B. Tropfen, Kapsel, Tablette, etc.), Verbindungen (z.B. Magnesiumoxid, -glycinat, -citrat, usw.) und Dosierungen und es macht Sinn, sich vorher zu überlegen, was genau man möchte oder was hinsichtlich Bioverfügbarkeit und Dosierung empfohlen wird.

Ich bin zum Beispiel ein großer Fan von Kapseln und von Tropfen, weil beides eine Darreichungsform ist, die oft ohne Zusatzstoffe auskommt. Die angebliche Bioverfügbarkeit der Verbindungen ist mir hingegen nicht so wichtig, da die weniger optimalen Produkte oft billiger sind und es deshalb kostengünstiger ist, einfach mehr zu nehmen.


Sind Kombi- oder Monopräparate besser?

Ob man lieber Kombi- oder Monopräparate bevorzugt, ist ein bisschen Geschmackssache.

Kombipräparate sind oft billiger, als wenn man die Bestandteile als Einzelpräparate kauft. Wenn die Zusammensetzung sinnvoll ist, kann es sich also durchaus lohnen – eine sinnvolle Zusammensetzung ist zum Beispiel bei einem Präparat mit Vitamin C und Eisen gegeben, da das Vitamin C die Aufnahme von Eisen unterstützt oder auch bei einem Vitamin B-Komplex. Ein weiterer Vorteil von Kombipräparaten ist, dass man wirklich nur an eine Sache denken und auch nur ein Präparat mitschleppen muss, wenn man verreist.

Allerdings sind die Zusammensetzungen von Kombipräparaten leider oft nicht sinnvoll. Wenn zum Beispiel mehrere zweiwertige Ionen (wie z.B. Eisen, Zink, Magnesium, Kuper, Calcium, Mangan) enthalten sind, ist die Bioverfügbarkeit eingeschränkt, da sie alle um den gleichen Transporter konkurrieren. Auch kann bei Kombipräparaten das Verhältnis zwischen den Bestandteilen problematisch sein, wie es zum Beispiel bei Kombipräparaten aus Vitamin D und Vitamin K2 oft der Fall ist – bei einem hohen Bedarf an Vitamin D wird man hier zweifelsohne zu viel K2 aufnehmen.

Ich verwende nur wenige Kombipräparate, da ich aufgrund der Interstitiellen Cystitis früher auf vieles mit Blasenschmerzen reagiert habe – es war mit Einzelpräparaten daher einfach einfacher, herauszufinden, was genau ich nicht vertrage. Wenn man also empfindlich ist, sind Einzelpräparate die bessere Wahl, es sei denn man ist sich sicher, dass man alle Bestandteile eines Kombipräparats verträgt.


Sollte mein Nahrungsergänzungsmittel Zusatzstoffe enthalten?

Ein gutes Nahrungsergänzungsmittel hat im besten Fall keine Zusatzstoffe. Auch wenn die Zusatzstoffe im Allgemeinen als unbedenklich gelten (was aber zum Teil heiß diskutiert wird), haben sie trotzdem einen Einfluss auf den Körper. Sie müssen verstoffwechselt und gegebenenfalls entgiftet werden und beeinflussen unter Umständen die Darmmikrobiota negativ. Insbesondere, wenn ihr krank seid, verzichtet nach Möglichkeit auf Zusatzstoffe; der Körper braucht diese Zusatzbelastung einfach nicht.

Die meisten Hersteller sind sich dessen zum Glück bewusst und bieten Präparate ganz ohne Zusatzstoffe oder mit Lebensmitteln (z.B. Reismehl oder Kokosmehl) als Füllstoffe an – da ich das ohnehin essen würde, finde ich das in Ordnung. Achtet nur darauf, dass ihr die Lebensmittel auch wirklich vertragt – ich habe nach Jahren mit Reis in vielen meiner Präparate festgestellt, dass ich Reis gar nicht so gut vertrage.


Wie finde ich einen seriösen Hersteller?

Nachdem ihr jetzt also wisst, was genau ihr kaufen wollt, gilt es nun, einen Hersteller zu finden, dem ihr euer Vertrauen schenken könnt. Im Folgenden ein paar Punkte, auf die ihr achten könnt.


Wer kontrolliert Nahrungsergänzungsmittel?[1]

Nahrungsergänzungsmittel gelten in Deutschland als Lebensmittel und fallen damit unter die Bestimmungen für Lebens- und Futtermittel. Aus diesem Grund gibt es für Nahrungsergänzungsmittel keine Zulassung wie man sie für Arzneimittel kennt, in der die Wirksamkeit sowie die Unbedenklichkeit bewiesen werden muss, sondern die Verantwortung, für die Sicherheit eines Produkts und die Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Bestimmungen, liegen alleine beim Hersteller und Vertreiber. Kontrollen der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften (keine verbotenen Inhaltsstoffe und korrekte Kennzeichnung der Verpackung[2]) erfolgen stichprobenartig durch die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder.

Während man also bei einem als Arzneimittel registrierten und dadurch von offizieller Seite streng kontrolliertem Nahrungsergänzungsmittel davon ausgehen kann, dass das drin ist, was drin sein soll und es auch nicht mit Schadstoffen belastet ist, ist bei Nahrungsergänzungsmitteln mehr Vertrauen nötig. Es gibt allerdings durchaus ein paar Punkte, die man beachten kann, die die Wahrscheinlichkeit, ein gutes Produkt zu kaufen, erhöhen.


Wo sollte mein Nahrungsergänzungsmittel produziert werden?

„Made in Germany“ gilt auch bei Nahrungsergänzungsmitteln als ein angebliches Qualitätsmerkmal. Tatsächlich ist es aber so, dass die gesetzlichen Regelungen für Lebensmittel[3] und auch speziell die für Nahrungsergänzungsmittel EU-weit gelten[4], und bei meinen Recherchen die deutschen Bestimmungen davon abgeleitet und nicht deutlich strenger schienen. Es ist zwar theoretisch möglich, dass es in Deutschland mehr Kontrollen gibt, als in anderen Ländern, hierzu konnte ich aber keine Daten finden.

Auch ist es oft so, dass zwar das Endprodukt in Deutschland hergestellt wird, die Rohstoffe aber aus China kommen[5] – ohne ausreichende Eingangskontrolle der Rohstoffe macht es also keinen Unterschied, wo genau produziert wird.

Im Endeffekt heißt das, nur weil ein Produkt in Deutschland hergestellt wurde, bedeutet das nicht automatisch, dass es sicherer oder seine Qualität höher ist; „Made in Germany“ soll Vertrauen wecken, trägt über die EU-Verordnungen hinaus aber nicht zur Qualität oder Sicherheit eines Nahrungsergänzungsmittels bei – jeder andere EU-Standort ist somit auch völlig in Ordnung.

Außerhalb der EU kaufe ich hingegen nur in den USA und da auch nur von Herstellern, die ich kenne und die auch von anderen häufig verwendet werden.


Welche Qualitätszertifikate gibt es für Nahrungsergänzungsmittel?

Es gibt verschiedene Zertifikate, mit denen die Hersteller sich zertifizieren lassen können, um dem Verbraucher zu zeigen, dass sie mithilfe eines Qualitätsmanagements die Qualität und Sicherheit eines Nahrungsergänzungsmittel sicherstellen. Hierzu gehören das HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points)-[6], GMP (Good Manufacturing Practice)-Zertifikat[7] und die DIN-Norm ISO 9001[8].

Bei HACCP handelt es sich um Qualitätswerkzeug speziell für die Lebensmittelproduktion, in der Schritte festgelegt sind, um durch Identifikation und Überwachung kritischer Kontrollpunkte (daher der Name) potentielle Gesundheitsrisiken für den Endverbraucher zu minimalisieren – wann immer ihr in eurem Supermarkt einen Produktrückruf aufgrund von bakterieller Kontamination oder Plastikschnipseln / Glassplittern / Metallstückchen seht, hat HACCP gegriffen (im besten Fall passiert das aber vor Auslieferung des Produkts). Zwar schreibt die EU für Produktion von Lebensmitteln den HACCP-Standard ohnehin vor, das heißt auch ein Hersteller ohne dieses Zertifikat sollte innerhalb der EU nach diesen Qualitätsregeln produzieren, aber bei einem Zertifikat hat eine akkreditierte Prüfungsstelle (wie z.B. der TÜV) noch einmal drauf geschaut – schadet sicher nicht.

Bei GMP handelt es sich um Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung, die auch bei der Arzneimittelherstellung zur Anwendung kommen. Hierdurch soll nicht nur durch die Überprüfung des Endprodukts, sondern auch durch die des Herstellungsprozesses sichergestellt werden, dass das Endprodukt genau das enthält, was es soll, nicht mehr und nicht weniger.

Die DIN-Norm ISO 9001 ist eine branchenübergreifende Norm, die die Mindestanforderungen für ein Qualitätsmanagementsystem darlegt, um sowohl den Kundenwünschen als auch den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden.

Ich achte am ehesten auf das GMP-Zertifikat, da hier die Herstellungsbedingungen mit denen bei Arzneimitteln vergleichbar sind und die HACCP-Qualitätsregeln ohnehin für alle Hersteller in der EU gelten – außerhalb der EU könnte das Zertifikat jedoch interessant sein, man sollte sich aber in jedem Fall einmal die akkreditierte Prüfungsstelle anschauen, ob das Zertifikat auch vertrauenswürdig ist. Die DIN-Norm ISO 9001 ist meiner Meinung nach besser als gar nichts, aber wirklich das absolute Minimum.


Warum sollten Laboranalysen für mein Nahrungsergänzungsmittel durchgeführt werden?

Laut EU-Verordnung dürfen Lebensmittel nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie weder gesundheitsschädlich, noch für den menschlichen Verzehr ungeeignet sind.[3] Ein Lebensmittel (und damit auch ein Nahrungsergänzungsmittel), das mit Toxinen belastet oder mikrobiell kontaminiert ist, erfüllt diese Kriterien nicht. Um also sicherzustellen, dass ein Nahrungsergänzungsmittel in den Verkehr gebracht werden darf, müssen Laboranalysen stattfinden, damit z.B. eine Belastung mit Schwermetallen ausgeschlossen werden kann. Oft stellen die Hersteller die Ergebnisse dieser Analysen auf der Produktseite des Nahrungsergänzungsmittels bereit oder schicken sie einem auf Anfrage zu. Es macht durchaus Sinn, sich die Ergebnisse einmal anzuschauen, um zu überprüfen, was getestet wurde. Problematisch waren bei Nahrungsergänzungsmitteln in der Vergangenheit die Belastung mit Schwermetallen, Toxinen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Rückständen von Pflanzenschutzmitteln und mikrobielle Kontaminationen.[9] Je mehr der genannten Punkte in der Laboranalyse getestet wurden, desto sicherer könnt ihr euch sein, dass ihr ein sicheres Produkt kauft, das frei von schädlichen Stoffen ist.

Googelt auch einmal das Labor und schaut euch seine Website an. Es sollte ein vom Hersteller unabhängiges Labor sein.

Außerdem sollte die Laboranalyse nicht zu alt sein – für mich nicht älter als ein Jahr.


Wie stelle ich sicher, dass mein Nahrungsergänzungsmittel enthält, was drauf steht?

Anhand der oben genannten Punkte könnt ihr davon ausgehen, dass ihr ein sicheres Produkt erhaltet, das euch nicht schadet. Aber wie kann man sicher sein, dass der Wirkstoff auch wirklich in der angegebenen Konzentration enthalten ist? Die Antwort lautet nachmessen. Entweder ihr schickt das Produkt selbst ins Labor und fordert eine Analyse an (was aber nicht ganz billig ist) oder nehmt es selbst und schaut, ob denn ein Effekt in eurem Körper messbar ist. Steigt der Spiegel im Blut oder Urin? Verändert sich eure Darmmikrobiota? Reduziert sich tatsächlich der Schwermetallgehalt in eurem Körper?

Hilfreich an dieser Stelle ist auch, den Erfahrungen eurer Mitmenschen zu vertrauen. Hat jemand, den ihr kennt, das Produkt bereits eingenommen und konnte zeigen, dass es das tut, was es soll? Oder kennt ihr oder jemand anderes einen Hersteller, deren Produkte euch in der Vergangenheit überzeugt haben – dann kann es Sinn machen, euer neues Produkt auch bei diesem Hersteller zu kaufen.


Ist der Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln in der Apotheke besser?

In Apotheken kann man Nahrungsergänzungsmittel kaufen, die als Arzneimittel zugelassen sind und dementsprechend streng kontrolliert werden. Das heißt, ihr könnt euch ziemlich sicher sein, dass das drin ist, was drin sein soll und das Produkt sicher ist, im Hinblick auf Kontamination mit Schwermetallen, Toxinen oder Mikroben. Ob ein Produkt als Arzneimittel zugelassen ist, könnt ihr anhand der Zulassungsnummer (Zul.-Nr.) erfahren – nur zugelassene Produkte haben eine Nummer; die Pharmazentralnummer (PZN) hingegen sagt nichts darüber aus, ob es sich bei einem Produkt um ein Arzneimittel handelt oder nicht.[10] Man kann in Apotheken also auch durchaus Nahrungsergänzungsmittel kaufen, die nicht als Arzneimittel zugelassen sind.

Ich kaufe trotzdem mittlerweile keine Nahrungsergänzungsmittel mehr in der Apotheke. Warum? Viele Produkte strotzen nur so vor Hilfs- und Zusatzstoffen, die ich nicht mitessen möchte. Darüber hinaus finde ich die Verbindung eines Stoffes oft für mich ungeeignet. So gibt es Vitamin B12 häufig nur in der künstlichen Cyanocobalamin-Form, ich hätte aber gerne Methyl- oder Hydroxycobalamin und Vitamin B9 liegt oftmals als Folsäure und nicht als Methylfolat vor – völlig ungeeignet für Menschen mit einem MTHFR-Polymorphismus.

Wem absolute Sicherheit wichtig ist, der sollte als Arzneimittel zugelassene Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Mir haben sie allerdings zu viele Nachteile, weshalb ich Nahrungsergänzungsmittel ohne Arzneimittelzulassung bevorzuge.


Zusammenfassung

  • Werde dir klar, welche Darreichungsform, Verbindung und Dosierung du möchtest
  • Achte darauf, dass das Nahrungsergänzungsmittel keine Zusatzstoffe enthält
  • „Made in Germany“ ist kein Qualitätsmerkmal, „Made in EU“ sollte es aber schon sein
  • Kaufe am besten ein Nahrungsergänzungsmittel mit GMP-Zertifikat
  • Schau dir die Laboranalysen deines Wunschpräparats an, überprüfe die Unabhängigkeit des Labors und das Alter des Befunds
  • Miss nach, ob das Nahrungsergänzungsmittel auch den gewünschten Effekt hat
  • In der Apotheke erhältliche als Arzneimittel registrierte Nahrungsergänzungsmittel sind im Allgemeinen besser kontrolliert, enthalten oft aber sehr viele Zusatzstoffe

Quellen


Kaddi

Hallo, herzlich Willkommen!

Ich möchte wieder gesund sein.

Ohne Rheumatoide Arthritis, wiederkehrende Blasenentzündungen und Interstitielle Cystitis.

Ohne Medikamente, durch Verständnis der ganzheitlichen Zusammenhänge und einem artgerechten Leben.

Dieser Blog dient zur Dokumentation von Nachforschungen & Experimenten sowie der Wissensvermittlung, in der Hoffnung, kritisches wissenschaftliches Denken anzuregen und Mut, für eure Gesundheit Verantwortung zu übernehmen, zu fördern.

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